Afro-brasilianische Traditionen erklärt
- SoulFreedom.ch

- vor 5 Tagen
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Von Afrika nach Lateinamerika und Europa – uralt und doch voll im Trend.
Von Westafrika …
Yoruba ist sogleich Sprache als auch Bezeichnung eines Volkes, das aus dem Gebiet um Dahomey, damals noch in Nigeria, heute in der Volksrepublik Benin, stammt. Seine religiösen Kulte könnten die Ältesten durchgehend praktizierten der Menschheitsgeschichte sein, denn die Wurzeln einiger Praktiken reichen über 5000 Jahre zurück, wie beispielsweise die Verehrung von Orixá Nanã Buruqê, die auf die Verwendung eisenhaltiger Gegenstände komplett verzichtet und wohl auf die Verehrung der Muttergöttin vor Beginn der Eisenzeit zurückgeht. Weiter wird vermutet, dass die Kulte der Yoruba andere Kulturen massgeblich beeinflussten, so werden beispielsweise in frühen Schriften des alten Ägyptens mächtige dunkelhäutige Priester aus dem Süden erwähnt, und einige Parallelen zeigen sich sogar in frühen Kulten um die indischen Götter und des I Ging.
… nach Lateinamerika

Zwischen 1450 und 1900 wurden über 11 Millionen Sklaven nach Amerika gebracht, von denen der Grossteil Yoruba waren, wobei diese Zahl nur Angekommene, keine in Kriegen oder unterwegs Gestorbene, einschliesst. Viele von ihnen wurden nicht nur als Sklaven zur Plantagenarbeit gezwungen, sondern auch als Dienstpersonal in den Häusern der Städte eingesetzt. Dort hatten sie die Möglichkeit, miteinander in Verbindung zu treten und im Geheimen ihre Kulte weiter zu praktizieren. Aufgrund des Zusammentreffens von Personen verschiedener Regionen Afrikas vermischten sich diese aber. Vielen Sklaven wurde das Christentum aufgezwungen, so versteckten sie ihre naturkräfte-Götter, die Orixás, hinter katholischen Heiligen, was später zu einem Synkretismus führte. Nach der Abschaffung der Sklaverei bildeten sich viele unterschiedliche Strömungen aus, wobei viele davon auch Praktiken der lokalen indigenen Bevölkerung beinhalten, wie Voodoo und Lukumi in den USA, dem haitianischen Voodoo, der Santería auf Kuba und den verschiedenen Candomblés, Batuque, Catimbó und Macumbas in Brasilien.
Candomblé
Mit inzwischen vielen Millionen Anhängern aus verschiedensten Orten der Welt sowie Angehörigen unterschiedlichster sozialer Schichten ist der Candomblé eine der grössten etablierten Religionen in Brasilien. Der allmächtige Gott Olurun gilt als höchstes Prinzip, wird aber aufgrund seiner überwältigenden Kraft selten direkt verehrt, sondern meist über die Orixás. Diese speziellen Naturkräfte-Götter sind sozusagen die Botschafter von Olurun und somit seine Ausstrahlungen, die sich in der natürlichen Welt, die uns umgibt, manifestieren. So hat auch jeder Orixá seine ganz speziellen Eigenschaften, Farben und Symbole sowie seine spezifische Form der Verehrung und Anrufung, seine eigenen Tänze, Rhythmen, Gebete, Gesänge und Opferspeisen. Wichtiger Bestandteil bestimmter Rituale ist die Trance, bei der der jeweilige Orixá durch die intensive Anrufung seiner Kraft den Körper der Menschen inkorporiert und durch ihn ausstrahlt. Bei der Manifestation in den Körper durch andere, neben den Orixás existierenden Geistwesen können diese auch über den Inkorporierten zu den Candomblé-Anhängern sprechen und durch sie befragt werden. Babalorixás und Yalorixás sind die männlichen und weiblichen obersten spirituellen Führer im Candomblé, sie sind Leiter, Weissager und Heiler in einem. Mithilfe des Muschel-Orakels erkennen sie, was ausser Balance geraten ist oder droht zu sein. Sie sehen mithilfe welcher Rituale, Kräuter, Waschungen und Zeremonien die Harmonie und Heilung auf geistiger Ebene wieder hergestellt werden kann und können so die Grundlage schaffen, dass sie sich auf der materiellen Ebene manifestiert. Candomblé ist damit nicht nur Religion, sondern auch ein Heilungsweg, der bei körperlichen und seelischen Beschwerden angewandt werden kann, weshalb auch viele der Religion nicht angehörenden diese Hilfe in Anspruch nehmen.
Umbanda
Als eine Mischung aus afrikanischen Einflüssen, dem Schamanismus der Indios, Katholizismus und Spiritismus, wobei der Fokus je nach Haus auf einem oder mehr Bereichen liegt, entstand die Umbanda kurz nach der Abschaffung der Sklaverei und wurde rasch zur Religion der armen Leute, die sich die Sakramente und Rituale der katholischen Kirche und des Candomblé nicht leisten konnten. Auch heutzutage ist sie sehr populär, hat bereits auf anderen Kontinenten Fuss gefasst und viele Leute aus anderen Religionen finden zu ihr, da viel Platz findet: vom Tanzen der Kräfte der Orixás, über die Inkorporation von geläuterten Verstorbenen, Kräuter, Trommeln, Magie, Reiki und andere Energiearbeit, bis zum angepassten Vater Unser und den sieben Sakramenten. Auch kam sie den Guias zu Hilfe: Das sind verstorbene Schamanen diverser Traditionen, die sich dazu entschieden haben nach ihrem Übergang statt erneut zu inkarnieren vorübergehend in Geistform zu wirken, indem sie beispielsweise von ihren Nachkommen gechannelt werden oder diese durch Inkorporation sogar teilweise oder ganz übernehmen und durch sie heilen oder weissagen. Aufgrund des mangelnden Interesses der Jugend den langen Ausbildungsweg des traditionellen Schamanen zu gehen, fanden immer weniger Guias die Möglichkeit, so zu wirken. In der Umbanda sind sie willkommen. Jedes Medium arbeitet mit verschiedenen solchen Guias. Mit den Jahrzehnten haben sich verschiedene Strömungen gefunden, sodass je nach Fest die Caboclos (Indios), Pretos Velhos (weise Alte afrikanischer Herkunft oder deren Abstammende), Ciganos (Zigeuner), Marinheiros (Seemänner), etc. gerufen werden. In Japan inkorporieren aber auch verstorbene Samurai und in Europa Hexen. Besucher können sich dann von diesen beraten und reinigen lassen, eventuell erhalten sie auch Ratschläge, welche Rituale oder Vorgehensweisen ihnen helfen von diesen Geistern, die mehr sehen und wissen als wir Menschen.
Religionsunabhängige Arbeitsweise
Eine Religion macht aber keinen besseren Menschen, sie ist lediglich ein Weg dazu, ein guter Mensch zu werden. Es gibt aber auch andere Wege der spirituellen Entwicklung ausserhalb der Religionen, wie sie heute immer populärer werden. Auf der spirituellen Ebene existieren alle Religionen und die Spirits sind nicht an diese gebunden. So kann jeder auf die Weise mit ihnen arbeiten, die für einem persönlich stimmig ist und in das eigene Weltbild passt. Wäre die Arbeit mit diesen Spirits kein wichtiger Teil des Lebensweges einer Person, würden sich diese nicht zeigen und einem den Zugang gewähren, und man würde sich nicht zu ihnen hingezogen fühlen.
Auch was für dich?
Viele hierzulande entscheiden sich für die Arbeit mit den Orishas oder Guias, weil sie sich eine stärkere spirituelle Anbindung und kraftvollere Zusammenarbeit wünschen.
Mein Ausbildungs- und Einweihungsweg "Orisha-Magie" bietet die Möglichkeit, diesen Weg auf individuelle, für sich und seine geistige Führung stimmige Weise zu gehen.
Mehr dazu hier:

Ich berate dich gerne!



